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Ein Recyceln des Plastikmülls in den Ozeanen ist unumgänglichn



Heute 18 Millionen Tonnen


Plastikmüll in den Ozeanen ist ein weltweites Problem: Nach einer Anfang 2015 in der wissenschaftlichen Zeitschrift Science veröffentlichten Studie gelangten im Jahr 2010 etwa 8 Millionen Tonnen dieses Mülls in die Ozeane,
wobei das Konfidenzintervall mit 4,8 bis 12,7 Mio. Tonnen pro Jahr angegeben wurde.

In der Meeresströmung


Plastikteile, primäres Mikroplastik sowie die entsprechenden Zersetzungsprodukte (sekundäres Mikroplastik) sammeln sich insbesondere in einigen Meeresdriftströmungswirbeln an und führen zu einer
erheblichen Verdichtung in manchen Meeresregionen; dem Nordpazifikwirbel (englisch North Pacific Gyre) brachte dieses Phänomen den Beinamen Great Pacific Garbage Patch ein (dt. Großer Pazifikmüllfleck, erstmals 1997 beschrieben)

Plastikgestein


Mitte 2014 wurde gemeldet, dass Geologen an der Küste der Insel Hawaii Gebilde aus geschmolzenen Kunststoffen, Vulkangestein, Korallenfragmenten und Sandkörnern entdeckt hätten,
welche sie aufgrund ihrer Festigkeit als eine eigene Art 'Gestein' bezeichneten, als 'Plastiglomerat'.Plastik-Einlagerungen in Gestein werden unter anderem auch beim so genannten Beachrock beobachtet.

UV Licht löst Plastik auf


In den Meeren treibender Plastikmüll wird durch Wellenbewegung und UV-Licht auf Dauer zerkleinert, wobei ein immer höherer Feinheitsgrad bis hin zur Pulverisierung erreicht werden kann.
Bei einem hohen Feinheitsgrad wird das Plastikpulver von verschiedenen Meeresbewohnern sowie unter anderem auch von Plankton statt oder mit der üblichen Nahrung aufgenommen.
Angefangen beim Plankton steigen die Plastikpartikel, an denen ggf. auch giftige und krebsverursachende Chemikalien wie DDT und Polychlorierte Biphenyle anhaften,
in der Nahrungskette immer weiter auf.

In der Nahrungskette


Auf diesem Weg gelangt der Plastikmüll mit den anlagernden Giftstoffen auch in die für den menschlichen Verzehr bestimmten Lebensmittel.
In den 1980er Jahren gingen Wissenschaftler noch davon aus, dass die Plastikteilchen nicht weiter umweltrelevant seien,
da sie ähnlich wie treibende Tangpflanzen eine Besiedlungdurch Algen und Kleinstlebewesen aufwiesen. 2012 berichtete das wissenschaftliche Fachjournal Environmental Science & Technology über eine Untersuchung an vielen Stränden auf allen sechs Kontinenten,
die überall Mikroplastikteilchen nachwies; dazu gehören wohl auch Fasern aus Fleece- und anderen Kleidungsstücken aus synthetischen Materialien:
Im Abwasser von Waschmaschinen wurden bis zu 1900 kleinste Kunststoffteilchen pro Waschgang gefunden.

"Every little piece of plastic manufactured in the past 50 years that made it into the ocean is still out there somewhere."



Tony Andrady, Chemiker des amerikanischen Research Triangle Institute


Recycling ineffektiv


Eine Studie im Auftrag des World Economic Forum im Jahr 2016 beschreibt die Plastikwirtschaft als archetypische Linearwirtschaft, bei welchem im Gegensatz zu einer idealen Kreislaufwirtschaft
nur 2 Prozent der jährlichen Produktion qualitätsgleich rezykliert wird.
Weitere acht Prozent werden in einer Kaskade rezykliert, also auf einer tieferen Wertstufe. Hingegen wird ein Anteil von 32 Prozent der weltweiten jährlichen Plastikproduktion weder deponiert
noch verbrannt, sondern verlässt das System unkontrolliert nach der Nutzung.

Größe unbekannt


Ausdehnung, betroffene Gebiete, Dichte und Menge
Laut Informationen der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und Wissenschaftlern der Sea Education Association (SEA) gab es lange keine präzise Schätzung
der Größe der von Plastikmüll verseuchten Gebiete; der Verbleib von 99% des Plastikmülls in den Ozeanen ist laut Forschern ungeklärt.
Nach Informationen des United Nations Environment Programme (UNEP) von 2005 schwammen zu jener Zeit durchschnittlich bis zu 13.000 Plastikteilchen auf jedem Quadratkilometer (km²) Ozean.
Die NOAA weist jedoch darauf hin, dass UNEP zu dieser Angabe keine wissenschaftliche Quelle anführt.

Fast 90 Prozent vergiftet


Eine Studie unter der Leitung des Spanish National Research Council (CSIC) hat, basierend auf einer mehrmonatigen Expedition (2010/2011) und Probenentnahmen an über 300 Orten der Weltmeere berechnet,
dass 88% der weltweiten Meeresoberflächen mit Mikroplastik verschmutzt sind.

60 Prozent aller Abfälle Plastik


Laut deutschem Umweltbundesamt befanden sich 2013 100 bis 150 Mio Tonnen Abfälle in den Meeren, 60% davon aus Plastik. 70% des Abfalls sänken auf den Meeresboden,
15% schwämmen an der Wasseroberfläche und 15% würden an Strände gespült. Auf Fotografien vom arktischen Tiefseeboden zwischen Spitzbergen und Grönland fanden sich hochgerechnet
'83 Müllteile pro Fußballfeld'; 2010 hatte sich dort nach zehn Jahren in 2500 Metern Tiefe die Menge des abgesunkenen Plastikmülls verdoppelt.

5,25 Billionen Plastikteilchen, 269 Tausend Tonne schon in 2014


Ende 2014 berichtete eine internationale Forschergruppe im Fachmagazin PLOS ONE nach ihrer Auswertung von Zahlen aus 24 Untersuchungen mit über 1.500 einzelnen Datensammlungen,
darunter erstmals auch für Plastikteile größer 5 mm, dass sich in den Weltmeeren, den fünf subtropischen Meereswirbeln, an belebten Küstengebieten Australiens,
im Golf von Bengalen sowie im Mittelmeer mehr als 269.000 Tonnen bzw. mehr als 5,25 Billionen Teilchen Plastikmüll befänden. Die kleinsten Teilchen hätten sich abseits nahe dem Nordpol gefunden.

Jedes Jahr 6,4 Millionen Tonne zusätzlich

Laut einer Science-Studie von Anfang 2015 entspräche das Ergebnis des errechneten Eintrags von schätzungsweise durchschnittlich jährlich ca. acht Mio. Tonnen, fünf Supermarkt-Tüten
voller Plastik pro 30 Zentimeter Küstenlinie, laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms (UNEP) von Ende 2014 gelangen jedes Jahr rund 6,4 Mio. t Plastik-Abfälle in die Ozeane.
Mitte Oktober 2017 veröffentlichte Berechnungen deutscher Hydrologen nennen eine Menge von zwischen 400.000 und höchstens vier Mio. Tonnen für die jährlich den Weltmeeren zugeführte Plastikfracht.

Tüten und Verpackungsmaterial


Arktis
Vor der Westküste Grönlands und in der Barentssee wurden im Sommer 2013 durchschnittlich 63.000 Plastikteilchen pro km² Wasserfläche gefunden, vor allem Überreste von Plastikfolien
von Tüten und Verpackungsmaterial.
Die gefundene Menge liegt um ca. 30% höher als die in den bekannten großen Müllstrudeln im subtropischen Pazifik oder Atlantik vorhandene.
Offensichtlich sinken die Plastikteile hier nicht so schnell zu Boden wie das salzreiche Oberflächenwasser im Zug der thermohalinen Zirkulation:
die Barentsee scheint eine Art 'Sackgasse' für die Müllteilchen zu bilden.
Nach einer im Oktober 2015 im Magazin Polar Biology online veröffentlichten Mitteilung des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) fänden sich Plastikabfälle auch bereits auf der Wasseroberfläche der Arktis
(Nordpol). Die Herkunft sei unklar; entsprechende Daten wurden erstmals bei einer Expedition 2012 zwischen Grönland und der östlich davon liegenden Inselgruppe Spitzbergen erhoben.

Zwei Planktonteilchen, ein Plastikteil


Atlantik
Anfang 2016 wurden nach über sechs Monate dauernden Messungen an 18 Stellen für das Meer vor New York City an der Ostküste der Vereinigten Staaten 165 Mio. Plastikteile hochgerechnet
(bzw. mehr als 250.000 Teile je km²) zu 85 % mit einer Größe von unter fünf Millimetern.
Mittelmeer Im Mittelmeer kommt Schätzungen zufolge auf zwei Plankton-Lebewesen ein Teil Mikroplastik bzw. es wurden bis zu 300.000 Teilchen pro Quadratkilometer gefunden.

75 Prozent Abfall aus Plastik


Nord- und Ostsee
Ca. 20.000 Tonnen Müll, vor allem aus Schifffahrt und Fischerei, gelangen jährlich in die Nordsee.
Entlang untersuchter Strandabschnitte der Wattenmeerküste Deutschlands und Hollands machten Plastik und Styropor über 75 Prozent des angespülten Abfalls aus;
auf Grund der Nordsee sollen 2012 rund 600.000 Kubikmeter Plastikmüll gelegen haben.

Sieben Abfallteile pro Quadratmeter


An der Küste der Ostsee befinden sich an manchen Strandabschnitten bis zu sieben Abfallteile pro Meter an den Küstenlinien des Nordostatlantiks (OSPAR-Region)
fanden sich in den Jahren 2000 bis 2006 durchschnittlich 712 Müllteile pro 100 m.
Rund um Großbritannien wurden durchschnittlich 12.000 bis maximal 150.000 Mikroplastik-Partikel pro Quadratkilometer gefunden.

Plastikmüll doppelte Fläche der USA


Pazifik
Besonders bekannt für seine erhöhte Konzentration von Plastikteilen ist das Gebiet des Nordpazifikwirbels zwischen Nordamerika und Asien, das auch als Great Pacific Garbage Patch bezeichnet wird.
In englischsprachigen Medien wurde das von Plastikmüll betroffene Gebiet als doppelt so groß wie Texas oder doppelt so groß wie die&xnbsp;Vereinigten Staaten beschrieben.
Deutsche Medien vergleichen es mit der Größe&xnbsp;Mittel- bzw.&xnbsp;Westeuropas. Tatsächlich lässt sich die Größe kaum angeben, da die Grenzen diffus sind,
lediglich die Partikelkonzentration ließe sich quantifizieren.

100 Millionen Tonne Plastikmüll


Für den Great Pacific Ocean Garbage Patch werden eine Mio. Teilchen Kunststoff pro km² angenommen, also ein Teil pro Quadratmeter.
Anfang 2008 wurde berichtet, dass etwa 100 Millionen Tonnen Kunststoffmüll (mit steigender Tendenz) in dem Müllstrudel zirkulieren.
Die Plastikteile sind laut Informationen der NOAA bis zu 16 Jahre in dem Kreisel zu finden. Unter anderem von Charles Curtis Ebbesmeyer stammen verschiedene Strömungsmodelle zur Anlandung im Küstenbereich.

Auch in der Barentsee Müllstrudel


Weitere Müllstrudel

Der subtropische Wirbel des Nordpazifiks ist der größte der fünf großen Strömungskreise in den Ozeanen.
Doch das Müllproblem hat bereits andere Gebiete erreicht: In der Sargassosee im Nordatlantik wurden ebenfalls hohe Konzentrationen von Plastikmüll nachgewiesen.
Auch im nördlichen Atlantik gibt es zwischen 22 und 38 Grad Nord eine große Menge Plastikmüll. Die maximale Dichte der Kunststoffteilchen beträgt 0,2 Teilchen pro Quadratmeter.
Diese Menge ist mit der im Great Pacific Garbage Patch enthaltenen vergleichbar.

Teilchen aus Europa

Im Oktober 2015 warnten Wissenschaftlers des Alfred-Wegener-Instituts vor der Möglichkeit der Entstehung eines weiteren (weltweit des sechsten) Müllstrudels in der Barentssee,
dessen Teilchen bis in die Framstraße verfrachtet werden könnten. Die Teile stammten von den nordeuropäischen Küsten.

China trägt Hauptschuld?


Herkunft

Laut einer Anfang 2015 von Science veröffentlichten Studie sind die Hauptverursacher des jährlichen Mülleintrags die Länder China, Indonesien, Vietnam und die Philippinen.
In den Ländern mit den untersuchten 192 Küstenregionen seien 2010 275 Millionen Tonnen Plastikmüll produziert worden, 99,5 Millionen Tonnen davon seien aus der Bevölkerung gekommen,
die innerhalb eines 50-Kilometer-Streifens an der jeweiligen Küste lebe und woher vermutlich der größte Teil der Kunststoffreste stamme,
31,9 Millionen davon seien unsachgemäß entsorgt worden,
was schließlich zum errechneten Ergebnis führe. Die 20 Länder mit der höchsten Verschmutzungsquote seien für 83% aller unsachgemäß behandelten Plastikabfälle verantwortlich.

PET ist Gift


Plastikflaschen benötigen laut Umweltbundesamt 450 Jahre für ihre Zersetzung, ein Fischfang-Nylonnetz sogar 600 Jahre
von ihnen geraten jährlich ca. 25.000 Stück unkontrolliert in die Meere

Eintrag über Flüsse


Plastikmüll wird über die Flüsse ins Meer geschwemmt.
Vielfach werden auch Mülldeponien und wilde Müllkippen im Ödland an Flüssen, Sümpfen oder Meeresküsten aufgeschüttet.
Ladungsverluste dürften den kleinsten Teil ausmachen. Bekannt wurde der Fall des Frachters Hansa Carrier, der am 27. Mai 1990 über 60.000 Turnschuhe verlor.
Auf derselben Route wie die Hansa Carrier verlor das Frachtschiff Tokio Express auf dem Weg von Hongkong nach Washington 29.000 bunte Spielzeugtiere (u. a. gelbe Plastik-Enten),
die als Friendly Floatees bekannt wurden.
Seitdem werden etwa alle drei Jahre Teile dieser verlorenen Ladung in Alaska angespült. Demnach bewegt sich der Müll mit elf Zentimetern pro Sekunde (entspricht 0,4 km/h) in einem riesigen Kreis.

Geisternetze


Auch ausgediente, weggeworfene oder verloren gegangene Kunststoff-Fischernetze haben einen gewissen Anteil am Plastikmüll in den Ozeanen und Auswirkungen auf die maritime Umwelt,
insbesondere in Form der 'Geisternetze'.
Der Abrieb von Autoreifen kann eine signifikante Quelle für Mikroplastikeintrag in die Weltmeere sein. In Norwegen entstammten ihr, nach Schätzungen der dortigen Umweltbehörde aus dem Jahr 2014,
mehr als die Hälfte des gesamten norwegischen Mikroplastikeintrags.

Tsunami bringt es ans Tageslicht


Eine weitere große Quelle von Müll im Nordpazifik war der Tsunami infolge des Tohoku-Erdbebens im Jahr 2011, der große Mengen von Gegenständen aller Art ins Meer spülte,
die seitdem dort umhertreiben. Die Größe des dadurch entstandenen 'Müllteppichs' wird mit einer Fläche größer als die Bundesrepublik Deutschland angegeben.

Hauptverursacher


Der größte Teil des Makroplastik-Eintrags stammt aus China, Indien, Südasien, Afrika, dem Nahen Osten. Aus Europa und Nordamerika stammen zusammen weniger als 5% der Menge.
Mitte Oktober 2017 veröffentlichte Berechnungen deutscher Hydrologen zeigen, dass ca. 90% des weltweiten Eintrags von Plastikmüll in die Ozeane aus zehn Flüssen stammt,
davon acht in Asien und zwei in Afrika.
Die größte Plastikmüllfracht trägt demnach der längste Fluss Asiens, der Jangtsekiang (China), die zweitgrößte der Indus (Pakistan).
An dritter Stelle steht der Gelbe Fluss (ebenfalls China). Die beiden nicht-asiatischen Flüsse sind der Nil, der längste Fluss der Welt sowie der Niger.

Alles ist Plastik


Bestandteile
Der Meeres-Plastikmüll besteht aus ausgedienten Plastiktüten, Wasserflaschen, Einwegrasierern, CD-Hüllen, Eimern, Kabeltrommeln, Zahnbürsten, Feuerzeugen und anderen Gegenständen:
Die Kunststoffe werden durch Gezeiten und die Wirkung der Wellen teilweise in immer kleinere Stücke zerteilt.

Mehr als ein Viertel des Lebensraumes aus Plastik


Im Lebensraum der Wattwürmer an der Nordsee macht beispielsweise der Kunststoff Polyvinylchlorid mehr als ein Viertel der Mikroplastikpartikel aus;
dieser wird unter anderem für Fensterrahmen, Rohre, Fußbodenbeläge, Kabelummantelungen, verschiedene Foliensorten und Kreditkarten verwendet.
Einige Kunststoffe werden durch die Lichteinwirkung und Freisetzung der enthaltenen Weichmacher spröde und brechen auseinander; so entstehen unter anderem drei bis fünf Millimeter große
so genannte Pellets, die von Meerestieren mit Plankton verwechselt und aufgenommen werden.
Noch kleinere Bruchstücke und freigesetzte Chemikalien werden auch von Planktonorganismen selbst aufgenommen und besiedelt.

Weg in den menschlichen Genpool


Wirkung und Verbleib
Der Plastikmüll hat erhebliche Auswirkungen auf die marinen Ökosysteme:
Dabei sind insbesondere größere Tiere durch mechanische Verletzungen gefährdet.
So bleiben Seehunde mitunter in Getränkekästen stecken oder Fische und Delfine in aufgegebenen oder verloren gegangenen Fischernetzen, sogenannten Geisternetzen.

'Von 136 maritimen Arten ist bekannt, dass sie sich regelmäßig in Müllteilen verstricken und strangulieren'

Umweltbundesamt (Deutschland)

Auf dem Meeresgrund


Absinken
Einige Algenarten binden Mikroplastikpartikel an sich und könnten diese von der Meeresoberfläche in tiefere Wasserschichten der Ozeane und damit in die dortigen Biosphären und Nahrungsmittelkreisläufe transportieren.
Aus dem Vergleich der sich in den Meeren befindenden Mengen großen Plastikmülls mit den daraus entstehenden kleinen Fragmenten ergab sich, dass ein großer Teil des Mikroplastiks
von der Meeresoberfläche verschwindet, mutmaßlich aufgrund Absinkens in tiefere Meeresregionen, und dort zersetzt wird.

Plastik verdrängt Arten



Biologische Wirkung
Darüber hinaus provozieren schwimmende, wie auch am Meeresgrund lagernde Plastikteile, den Ansatz sessiler Tiere oder derer Larven, zum Beispiel Seepocken, Entenmuscheln, Hydrozoen
und Pflanzen wie (Algen oder Tange) (vergleiche Riffball); so können sie Ausgangspunkte künstlicher Biotope werden.
Durch die Meeresströmungen können auf diese Weise Organismen in fremde Ökosysteme eingeschleppt werden und dort unter Umständen einheimische Arten verdrängen.

Mikroplastik-im-Meer-ESKP.png
Von eskp.de, CC-BY 4.0, Link

Plastik zieht Gift an


Chemische Reaktionen
Plastikfragmente können (an ihrer Oberfläche) Giftstoffe anreichern. Aufgrund ihrer hohen spezifischen Oberfläche trifft dies besonders auf Mikroplastikpartikel zu.
Zerfällt Plastik zu Mikroplastik (per Definition kleiner 5 mm) kann es Schadstoffe aus dem Wasser, zum Beispiel aus Ölrückständen um ein Vielfaches anreichern.
Es wirkt dann sozusagen wie ein Passiv-Sammler. So ergab eine Untersuchung, dass Mikroplastik drei bis vier mal so viel Giftstoffe enthält wie Meeresboden in dessen unmittelbarer Umgebung.
An Mikropartikeln aus Polyethylen, dem meistverwendeten industriellen Kunststoff, lagerten sich vorzugsweise polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe an;
es bindet noch einmal etwa doppelt so viele Schadstoffe wie Silikon.
Einige Plastikarten nehmen treibendes Rohöl aus natürlichen und menschlichen Quellen auf und erhalten so eine teerhaltige Oberfläche.

Plastik verrottet zu Nanoteilchen


Laut einem Bericht von 2009 kommt es beim Abbau von Polystyrol zur Freisetzung von Giftstoffen.

Verwechslung mit Nahrungsmitteln

Albatrosse und Eissturmvögel verwechseln die Abfallstücke mit Futter und fressen sie.
Sie fühlen sich satt, verhungern jedoch schließlich mit müllgefülltem Magen.
Auch Wale und Delfine fressen den Abfall. Charles Curtis Ebbesmeyer fand in einem verendeten Albatros-Jungtier an die 100 Plastikteile, mit denen es von den Elterntieren gefüttert worden war
(National Geographic10/2005)

Was tun?



Gegenmaßnahmen
Einsammeln
Diverse Projekte (z. B. das Müllsammelschiff Seekuh) und Forscher widmen sich dem Einsammeln des kleinteiligen Plastiks in den Meeren.
Fishing for Litter

Das Projekt Fishing for Litter der KIMO zielt darauf ab, die Nord- und Ostsee von Plastikmüll zu säubern; beim International Coastal Cleanup Day am 25. September jedes Jahres treffen sich
weltweit mehrere Hunderttausend Freiwillige, um Küsten, Gewässer und Flussufer von Müll zu säubern.
2010 beteiligte sich in Deutschland erstmals der Nabu, der Naturschutzbund Deutschland, im Rahmen seines Projekts Meere ohne Plastik.
Unter dem Motto Beach Cleanup unterstützt Sea Shepherd Müllsammelaktionen nicht nur begrenzt auf Meeresgebiete, sondern auch im Binnenland an Fluss- und Seeufern,
in Zusammenarbeit mit Tauchern auch direkt in Gewässern.
Der WWF startete im März 2016 ein Projekt, bei dem gezielt alte Fischernetze (sog. Geisternetze) aus der Ostsee entfernt werden.


Sensibilisieren


Anreize für Fischer
Der deutsche Green-Ocean e.V. begann 2006 mit einem Pilotprojekt im Hafen von Livorno:
Man kaufte Fischern aufgefischten Plastikmüll ab.
Das sollte aufzeigen, dass es durchaus möglich ist, kostengünstig und effektiv Plastikmüll aus dem Meer zu entfernen.
Bei anderen Projekten werden Fischer dazu motiviert, Plastikmüll einzusammeln und in Häfen abzugeben.
Gerade die Fischer sollten ein Interesse daran haben, dass ihre Produkte gesund bleiben.

Absammeln, verwerten


The Ocean Cleanup Das Projekt The Ocean Cleanup wurde im Oktober 2012 von dem 19-jährigen niederländischen Studenten Boyan Slat bei der Veranstaltung TEDx Delft an der TU Delft als Möglichkeit vorgestellt,
Millionen Tonnen Plastikabfall aus den Meeren zu sammeln und zu recyceln.
Die Technologie befindet sich in der Erprobungsphase und basiert auf dem Einsatz mehrerer Mantarochen-förmiger Plattformen, die mit rohrförmigen, auf der Meeresoberfläche treibenden Pontons verbunden sind.
Die Technik macht sich die natürliche Meeresströmung zu Nutze sowie die Tatsache, dass ein Teil des zu sammelnden Plastiks auf der Meeresoberfläche treibt.
Dies habe den Vorteil, dass Plankton und andere Meeresbewohner nicht mit eingefangen würden.
Für die Reinigung veranschlagt er etwa fünf Jahre pro großem ozeanischen Wirbel.

Durchaus machbar


Im Juni 2014 wurde durch die von Slat gegründete Ocean Cleanup Foundation eine Machbarkeitsstudie des Reinigungsvorgangs vorgestellt.
Insbesondere wurde die Akkumulation des Plastikmülls in den Auffangapparaturen sowie die effiziente Entfernung des Mülls durch die Plattformen untersucht.
Hierfür wurden Anlagen in kleinem Maßstab verwendet, sowie umfangreiche Computersimulationen durchgeführt.
Die Studie bestätigte die grundsätzliche Machbarkeit des Konzepts.
Öffentlich vorgebrachte Kritikpunkte aus wissenschaftlichen Kreisen konnten gemäß Slat durch die Studie entkräftet werden.
Im Sommer 2014 wurde durch eine Crowdfunding-Kampagne die Summe von 2,15 Mio.USD aufgebracht, um eine Pilotanlage zu realisieren.

Reduzieren!


Hausmüll
Die Entsorgung von Hausmüll über die Flüsse ins Meer zu verbieten, ist ein weiteres wesentliches Anliegen

Möglichkeiten


Kostenfreie Entsorgung
Die kostenfreie Entladung des Mülls muss in allen Häfen möglich sein und der Müll an Land fachgerecht entsorgt werden.

Gesetze


Verbot des Eintrags über Schiffe
Plastikmüll durch Schiffe in die Ozeane einzubringen, ist bereits 1988 mit dem Internationalen Übereinkommen
zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL) im Annex V verboten worden: Die Schiffsführung kommerzieller Schiffe ist verpflichtet,
in einem sogenannten Mülltagebuch über den gesamten an Bord anfallenden Müll Buch zu führen.
Die Abgabe an Land ist mittels einer Quittung nachzuweisen. Verstöße gegen diese Bestimmungen können empfindliche Bußgelder nach sich ziehen;
in Deutschland können gemäß Verordnung über Zuwiderhandlungen gegen das Internationale Übereinkommen von 1973 zur Verhütung der Meeresverschmutzung
durch Schiffe und gegen das Protokoll von 1978 zu diesem Übereinkommen (MARPOL-Zuwiderhandlungsverordnung) Bußgelder von bis zu 50.000 € verhängt werden.

Bioplastik sehr fraglich


Zusammensetzung von Kunststoffen
Angestrebt wird auch, leichter biologisch abbaubare Kunststoffe und umweltverträglichere Polymere, Additive und Füllstoffe zu verwenden.
Wissenschaftler der University of Southern Mississippi haben einige Polymere für den Zerfall im Meerwasser optimiert.
Abbaufördernde Additive hingegen haben sich als wirkungslos erwiesen.

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